Die Michael Succow Stiftung feiert ihr 25-jähriges Jubiläum

Michael Succow ist ein deutscher Wissenschaftler und Umweltaktivist, der sein Leben dem Naturschutz im In- und Ausland gewidmet hat. Im Mai trafen wir ihn in Greifswald, wo er an der Universität studierte und arbeitete, bevor er nach der Verleihung des Right Livelihood Award im Jahr 1997 auch seine eigene Stiftung gründete. Die Michael Succow Stiftung feiert 2024 ihr 25-jähriges Bestehen und setzt sich sowohl in Deutschland als auch international für den Naturschutz ein.

Herr Succow, wie haben Sie 1997 erfahren, dass Sie mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet werden?

Succow: Es war völlig überraschend: Wir hatten eine Moorkonferenz in Salzburg, in Österreich. Ich wurde zum Rektor der Universität bestellt, der wurde wohl angerufen und erklärte mir dann, dass ich den Preis bekommen würde. Ich bekam einen eigenen Raum für Interviews in der Universität und es kamen dann alle großen Sender. Es war völlig überwältigend.

Wie hat denn der Preis die Reichweite und die Wirkung Ihrer Arbeit verändert? 

Succow: Als ich zur Preisverleihung nach Stockholm kam, begleitete mich meine Frau. Es gab damals noch keine Stiftung, nur enge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, mit denen ich schon lange Naturschutz machte. In Schweden war es ein überwältigendes Kennenlernen auch mit den anderen Preisträgern und Preisträgerinnen. Da haben wir beschlossen, eine Stiftung zu gründen, um etwas zurückzugeben von dem Preisgeld. Das erste Projekt der Stiftung war dann im Ausland, in Aserbaidschan.

Welche Projekte Ihrer Stiftung waren Ihnen in den vergangenen Jahren besonders wichtig?

Succow: Wir konnten zahlreiche neue UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiete und Biosphärenreservate mit auf den Weg bringen. In der Zeit, als es im Iran noch Hoffnung gab, konnten wir dort ganz intensiv arbeiten, genauso wie in Myanmar. Wir haben bei der Antragstellung beraten, die Verbindung zur UNESCO in Paris hergestellt. Das sind Dinge, die mein Leben bereichert und mir Inhalt gegeben haben. Das war alles möglich durch diesen Preis. Wir haben inzwischen über 50 Mitarbeitende und davon eine ganze Reihe von Menschen aus anderen Ländern, wie aus Georgien oder Usbekistan. Ich habe so viel erlebt im Leben und in so vielen Ländern mit so vielen Menschen, die mir Kraft geben, dass davon das Herz voll ist.

Welche Schwerpunkte hat die Stiftung heute?

Succow: Ein Schwerpunkt ist Deutschland. Auf unseren eigenen Stiftungsflächen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sorgen wir je nach Gebiet für den Erhalt alter Kulturlandschaften oder lassen die Natur sich selbst entfalten. Im Osten Deutschlands hat die Zwangskollektivierung viel zerstört und jetzt sind dort die großen Investoren, die mit chemischen Giften und schwersten Maschinen die Landschaft ruinieren. Das Thema zukunftsfähige Landnutzung liegt mir sehr am Herzen.

Die anderen Schwerpunkte liegen in der internationalen Arbeit, bei der Unterstützung neuer Schutzgebiete und im Moor- und Klimaschutz.

Der Klimawandel macht mir natürlich Sorgen. In der Mongolei zum Beispiel führt er dazu, dass die Permafrostböden aufhören zu bestehen. Oder wenn ich an Äthiopien denke, da gab es vor 40 Jahren noch wunderbare Weidelandschaften, jetzt ist alles verdorrt und die Seen sind zur Salzsäule erstarrt. Ich blicke aktuell sehr sorgenvoll in die Zukunft. Zum Glück gibt es viele engagierte Menschen, die Klimabewegung mit Fridays for Future hat mir neue Hoffnung gegeben genauso wie die Zusammenarbeit mit vielen Partnerorganisationen in Deutschland und weltweit.

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